Berufsbild Kameramann

Es ist der Traum von vielen, doch so richtig erfolgreich werden nur wenige. Das zumindest war lange meine Annahme, wenn es um den Beruf des Kameramann/frau* ging. Wenn du Erfolg mit Berühmtheit gleich setzt mag das stimmen. Da Erfolg in meinen Augen aber schon viel früher anfängt, nämlich dann, wenn man von seiner Arbeit leben kann, durfte ich meine oben geschriebene Annahme bald korrigieren. 

Deine Aufgaben

Als Kameramann bist du verantwortlich für die Bildgestaltung und damit für die visuelle Umsetzung der Vision des Regisseurs. Neben der richtigen Kadrierung des Bild, also der Wahl der Perspektive, des Bildwickels und der Einstellungsgröße spielt auch die Entwicklung eines Bildstils und das Lichtkonzept eine Rolle in deinem Arbeitsalltag. Der Beruf des Kameramannes ist sehr kreativ und spielt eine große Rolle bei der Entstehung eines Filmes. Du bist ein „Head of“, also der Leiter und Verantwortungsträger für alles was mit dem Bild und dessen Entstehung zu tun hat. Dazu gehört auch die Auswahl der technischen Geräte und die Zusammenstellung von Equipmentlisten. Dabei helfen dir Kamera- und Materialassistenten. In Deutschland stehst du als Kameramann direkt an der Kamera und bedienst diese, deshlab ist der Begriff Kameramann hier gleichzusetzen mit der Bezeichnung DoP (Director of Photography). Anders ist das in Amerika. Dort steht der DoP selbst nur selten direkt an der Kamera, sondern weist den Kameramann/Kameraoperator an. Kameraoperator ist ein eigenständiger Beruf, auch in Deutschland, jedoch definiert sich der Kameraoperator in Deutschland vielmehr durch Spezialisierung, wie die Bedienung von Steadicams, Kamerakränen oder ähnlichem.

Deine Einsatzgebiete

Als Kameramann findest du in der Werbe-, Film-, und TV Branche Jobs. Während man als Kameramann für Spielfilme (das wollen in der Regel sehr viele werden) in längeren und größeren Projekten über viele Monate hinweg beschäftigt ist, arbeitet man im Werbefilm an kleineren Projekten die meist nur wenige Wochen in Anspruch nehmen. Als Kameramann für TV Produktionen ist man oft nur für einzelne Tage gebucht. In der Regel spezialisiert man sich auf einen Bereich, da jedes Einsatzgebiet unterschiedlich Anforderungen stellt.

Dein beruflicher Werdegang

Ausbildung, Studium, Trail an Error – alles ist möglich. Für alle drei Wege gibt es Beispiele die erfolgreich geworden sind. Für den Spielfilm ist heutzutage oft das Studium an einer staatlichen Hochschule die größte Chance ans Ziel zu kommen. Der Beruf des Kameramanns im TV geht oft über eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. Bei der Werbung geht sowohl als auch, man kann es nicht genau definieren, da es wie oben schon geschrieben keine festgesetzte Regel gibt, lediglich Erfahrungswerte durch welchen Weg die Chancen steigen. Grundsätzlich gilt: Es ist kein Meister vom Himmel gefallen. Egal welchen Ausbildungsweg du gehst, du beginnst ganz unten und arbeitest dich von Projekt zu Projekt eine kleine Stufe höher. Zuerst sind es Praktika im Kameradepartment, dann wird es ein Assistentenjob und wenn dich dabei jemand entdeckt, wirst du Kameramann. Geduld und der unbedingte Wille jeden Tag etwas Neues zu lernen, auch nach der Ausbildung, ist unabdingbar.

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Deine Gehaltsaussicht

Von 0-5000€ am Tag ist alles dabei. Je erfahrener und besser zu bist, desto mehr kannst du aushandeln. Als TV Kameramann liegen die Gagen aktuell zwischen 250-450€, wobei man unter Kollegen sagt, das man unter 300€ nicht aus dem Haus gehen sollte. Beim Spielfilm wird man oft pauschal für ein Projekt bezahlt, dies kann in Deutschland bis zu 60.000€ betragen. Darin enthalten sind neben den durchschnittlich 30 Drehtagen auch die gesamte Vor- und Nachbereitung des Projektes. In der Werbung kommst du auf Tagesgagen zwischen 600 und 1500€, je nach Fähigkeit und Erfahrung.

Mehr über den Beruf des Kameramannes und deinen Weg zum Film findest in deiner persönlichen Berufsberatung oder das kostenlose eBook „Dein Weg zum Film“

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*Aus Gründen der einfacheren Schreibweise und des Lesefluss wird hier nur die männliche Form verwendet. Selbstverständlich ist der Beruf von Männer und Frauen gleichermaßen ausführbar.

Berufsbild Filmemacher

Der Begriff Filmemacher ist heute allgegenwärtig. Auf Instagram, Facebook, YouTube, überall wimmelt es von Menschen, die sich Filmemacher nennen. Doch was genau macht eine Person zu einem Filmemacher und wie wird dieser Beruf definiert?

Zu aller erst muss man festhalten, dass sich eigentlich jeder Filmemacher nennen darf, der irgendeine Art von Film erstellt. Ob es ein Urlaubsvideo ist, ein Werbespot, ein Hobbyfilmprojekt oder ein Kinofilm. Ein Filmemacher, macht einen Film. Es ist keine geschützte Berufsbezeichnung und setzt auch keinen bestimmten Abschluss voraus. Für mich steht dieser Begriff sinnbildlich für die aktuelle Situation der Branche. Viele machen Filme, viele nennen sich Filmemacher, doch die wenigsten wissen wirklich was sie tun.  Das ist gar nicht böse gemeint. Ich beobachte allerdings, dass auf der einen Seite von einer Marktüberschwemmung gesprochen wird und auf der anderen Seite lese und höre ich von den großen Produktionshäusern, dass Fachkräftemangel herrscht. Es scheint paradox zu sein, doch nach einem genauen Blick erklärt sich dieser Sachverhalt schnell.

Da der Begriff  bzw. Beruf Filmemacher, wie bereits weiter oben geschrieben, nicht geschützt ist gibt es auf den ersten Blick keinen Unterschied mehr zwischen dem Hobbyfilmer und dem Filmprofi. Jeder der sich also eine halbwegs gute Kamera leisten kann und beginnt Filme aufzunehmen nennt sich Filmemacher. Oft kommen dabei auch sehr beachtliche Ergebnisse heraus, doch sobald man in die Tiefe der Thematik einsteigt, die Größe der Kamera über eine Sonysystemkamera hinaus geht, werden große Wissenslücken deutlich. Der Filmprofi, der seit Jahren an der Produktion von TV Spielfilmen beteiligt ist, ist aber auch ein Filmemacher. Da hier alles in einen Topf geworfen wird, entsteht der Eindruck einer übersättigten Branche, wobei doch Fachkräftemangel herrscht.

Das ist der Grund, weshalb sich der Beruf des Filmemacher so schlecht fassen lässt. Wenn also Person X auf mich zu kommt, mit der Attitüde als sei sie Mr./Mrs. Hollywood persönlich, und behauptet sie sei ein Filmemacher, bin ich erst einmal skeptisch und frage nach. Sehr schnell wird dann klar, was genau die Tätigkeit/der Beruf und der Status (Schulabgänger, Azubi, Student, Berufseinsteiger, etc.) ist. Sobald das geklärt ist, kann es weitergehen.

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Zusammengefasst heißt das also: Wer Filme macht, ist ein Filmemacher. Wer ein Filmemacher ist, weiß aber nicht zwangsläufig wie man professionell Filme macht.

P.S.: Da der Beruf so weitläufig ist kann es hier auch keine konkreten Infos zu deinen Aufgaben, deinen Einsatzgebieten, deinem beruflichen Werdegang, deinen Gehaltsaussichten und deiner Ausbildung geben. Das gibt es dann bei allen Berufsbildern, die sich einem konkreten Beruf widmen, am besten du abonnierst gleich den Newsletter um nichts zu verpassen 😉

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