Deadlines erfüllen – Das Musthave für Selbstständige

Sind Deadlines heutzutage nur noch ‚dead lines‘? Als Selbstständiger begegnen mir Deadlines ständig und auch bei meiner Arbeit als Creative Producer, sind Deadlines allgegenwärtig. Egal, ob ich sie mir selber setze oder die Termine und Abgabedaten vom Kunden kommen: Deadlines haben einen bestimmten Grund! Als Selbstständiger im Film und TV Business tut man also gut daran, besser früher als zu spät den Umgang mit Deadlines zu lernen.

Um mit Deadlines umgehen zu können, bedarf es einem guten Zeitmanagement. Der Klassiker ist das Paretoprinzip mit der 80/20 Regel. Diese besagt, dass man 80% der Arbeit in 20% der Zeit schafft, während die letzten 20% der Arbeit die restlichen 80% der Zeit einnehmen. Mich wundert es also nicht, dass es viele Menschen schaffen, kurz vor der Deadline zu beginnen und dennoch beachtliche Arbeit zu verrichten. Doch beachtlich heißt nun mal nicht vollständig, perfekt oder dem Ziele entsprechend. Und genau das ist es, was den Semiprofessionellen Amateur vom Profi unterscheidet. Entschuldigt meine direkten Worte, doch wer seine Arbeit nicht fristgerecht und zielentsprechend verrichten kann, arbeitet nicht professionell! Es ist ein Trugschluss, dass mit den Begriffen Kunst und Künstler alles erklärt werden kann. Doch die große Mehrheit der sogenannten One-Man-Shows, verstehen sich als die Helden der Nation, die mit guten visuellen Ergebnissen die mangelnden Businessfähigkeiten verstecken möchten und sich gleichzeitig fragen, warum die Kunden wenig zahlen möchten oder man über den gleichen Typ Kunde nicht hinaus kommt. Es liegt nur zu einem kleinen Teil am Kunden, das kannst du mir glauben. Zeitmanagement ist eine von diesen Businessfähigkeiten, die man immer weiter verbessern kann.

Zeitmanagement ist das Musthave für Selbstständige.

WERBUNG

Bis Ende 2019 habe ich ein TV Magazin als Kameramann und Editor gestaltet. Regelmäßig saß ich im Schnitt und wartete mehrere Stunden auf die letzten Beiträge für die Sendung, obwohl die Deadline für die Videojournalisten bereits eine Woche zurücklag. Dabei ist der Umgang mit Deadlines doch gar nicht so schwer, oder?Entwerder man hält sie ein und alles ist gut, oder man verpasst sie und muss mit Konsequenzen rechnen. Zum Beispiel wird dann ein Beitrag nicht gesendet, ein Film kann nicht auf dem vorgesehen Event gezeigt werden und als Folge dessen geht man aufgrund der nicht erbrachten Leistung das Risiko ein, einen Teil der Geldes nicht zu erhalten. Ich rede hier nicht von verpassten Deadlines, weil der Kunde seinen Teil der Abmachung nicht einhält, sondern den verpassten Deadlines, die du selbst vermasselt hast.

Mit diesen Tools kannst du deine Zeit besser managen:

Die Kunst hat es nicht zugelassen rechtzeitig fertig zu werden, es war noch nicht perfekt, ich konnte nicht früher fertig werden weil ich noch etwas zu tun hatte, blablabla. Es sind alles faule Ausreden, die auf deine eigene Unfähigkeit zurückführen. Ein Kunde bemerkt das und merkt sich so etwas, auch wenn er es nicht verbal kundtut. Verpasste Deadlines und der Umgang damit offenbaren eine Menge über dich als kreativen Dienstleister. Verpasste Deadlines sind bei mir der zweithäufigste Grund, warum ich Selbstständige nicht mehr buche!

Als Dienstleister, die wir als Filmemacher egal welches Departments sind, haben wir einen Job: Das gewünschte Ergebnis in der geforderten Qualität und der geforderten Zeit zu erzielen und abzuliefern. Ein Job.

Zeit und Qualität gibt der Kunde vor und wenn ich das nicht erfüllen kann, muss ich so ehrlich sein und es mir selbst eingestehen und dem Kunden das auch so mitteilen. Anderweitig richte ich mich selbst zu Grunde.

Folgender Schlüsse ziehe ich aus dem Umgang mit Deadlines meiner gebuchten Freelancer (unsortierte Reihenfolge):

WERBUNG

1. Zuverlässigkeit

Egal was ich tue, egal in welcher Beziehung ich mit meinem Gegenüberstehen: Wenn ich eine Aufgabe bekomme oder nach etwas gefragt werde und ich stimme zu es zu erledigen, dann muss ich das auch machen. Vorallem wenn ich dafür Geld bekomme! Warum? Ganz einfach! Tue ich es nicht oder zu spät, wird die Beziehung auf Dauer negativ beeinflusst. Das Vertrauen wird weniger, es ist immer eine ungute Stimmung in der Luft und im schlechtesten Fall fühlt man sich unwohl, wenn man den anderen um etwas bittet. Wird er es diesmal wirklich machen? Das ist in der Familie so, in der Freundschaft, in der Uni zwischen Kommilitonen und auch im Berufsalltag. Ein Projekt an dem ich beteiligt bin, hat in der Regel eine Deadline. Wenn ich diese immer wieder unzuverlässig versemmel, dann bin ich vermutlich bald nicht mehr an so vielen Projekten beteiligt. Irgendwann ist eben Schicht im Schacht.

Buchempfehlungen zum Thema Zeitmangement

2. Wertschätzung des Kunden und Projektes

Wie steht es denn mit der Wertschätzung meines Gegenübers oder seiner Sache? Projekte kann man in der Regel immer auf zwei verschiedene Arten angehen. Entweder ich brenne dafür, bin zumindest davon begeistert, oder ich mache es nur wegen des Geldes. Im letzteren Fall haben wir eine suboptimale Ausgangsposition. Mit dem Kopf ist man mehr bei der Rechnung, die man am Ende stellen kann oder beim Feierabend, wenn das Projekt endlich fertig ist. Die Sache ansich ist halt auch da, aber weckt nicht sonderlich viel Begeisterung. Stell dir vor nun kommt noch etwas dazu, was dich auf die Palme bringt. Der Kollege, der komische Witze macht wird plötzlich euer Teamkollege im Projekt oder euer Computer zickt rum. Vermutlich wird es dann nicht der dumme Computer sein oder der nervige Kollege, sondern schnell wird alles auf des Projekt geschoben und die Motivation sinkt im Sturzflug. Keine gute Ausgangsposition, um eine Deadline einzuhalten. Wenn euch nun egal ist was mit dem Projekt passiert und der Kunde das merkt, wird er vermutlich nicht begeistert sein. Dann fühlt er sich und sein Projekt nicht wertgeschätzt. In diesem Moment zeigt sich wer professionell arbeiten kann und wer nicht. Mit Sicherheit bin ich nicht perfekt, doch ich versuche es den Kunden nie spüren zu lassen, dass ich keine Freude an seinem Projekt habe. Ich versuche ggf. Verbesserungsvorschläge zu machen, oder aufzuzeigen worin gerade das Problem liegt. Trotzdem werde und muss ich mein Bestes tun, um das Projekt fristgerecht abzuschließen, selbst wenn ich nicht die Ursache der Verzögerung bin und wenn doch, dann erst recht!

3. Zeitmanagement 

Das Zeitmanagement ist ein sehr individueller und gleichzeitig sehr entscheidender Punkt. Gehen wir davon aus, dass du echt begeistert bist von einem Projekt und mit Herzblut daran arbeitest und trotzdem merkst du, dass du es bis zur Deadline nicht schaffen wirst. Woran liegt das? Hat der Kunde selbst vergessen dir rechtzeitig eine Information oder Feedback zu geben? Das kann vorkommen. In diesem Fall weise ich den Kunden freundlich darauf hin, dass durch diese Verzögerung das gesamte Projekt leicht verzögert wurde. Trotzdem werde ich mein Bestes tun, um die Deadline einzuhalten oder die Verzögerung so gering wie möglich zu halten. Ich sollte mich also nicht auf der Verzögerung durch den Kunden ausruhen. Hat eine Verzögerung aber rein persönliche Ursachen, dass ich meine Zeitressourcen nicht gebacken bekomme, dann läuft irgendwas ganz gehörig schief. Wenn ich ein Projekt annehme, muss ich mir im klaren sein wie viel Zeit das in Anspruch nimmt und ob das für mich bis zur Deadline möglich ist. Wenn nicht, mach ich das dem Kunden klar oder lehne das Projekt ab. Das tut zwar weh, doch ein verbrannter Kunde und nicht eingehaltene Deadlines bringen dir auch nicht mehr als einen unzufriedener Kunde und im schlimmsten Fall Vertragsstrafen. Man muss sich bewusst sein, wie viel Zeit man noch hat, wie viel Zeit man noch braucht und ob es Sinn macht jeden Abend „just for fun“ unterwegs zu sein oder ob man nicht lieber mal was arbeiten sollte. Für eines haben nämlich die wenigsten Verständnis: Wenn du eine abgesprochene Deadline verpasst, weil du es für notwendiger gehalten hast Spaß zu haben!

Das führt mich zum nächsten Punkt.

WERBUNG

4. Selbstreflexion

Selbstreflektion ist bei Projektarbeiten das A & O. Insbesondere als Selbstständiger. Ich muss meine Fähigkeiten kennen, ich muss wissen welche Arbeit ich in welcher Zeit schaffen kann. Ich muss erkennen wo ich Zeit verliere und vergeude, ich muss lernen einzusehen, dass ich nicht alles perfekt kann und für manches länger brauche. Ich muss reflektieren was beim letzten Projekt gut war und wo Optimierungsbedarf herrscht. Ich muss lernen, dass man nicht alles für Geld tun sollte und damit meine ich so etwas wie unendliche Nachtschichten hinter dem Computer etc. Wer nicht schläft kann auf Dauer nicht arbeiten!

5. Geschäftsfähigkeit

Wer Deadlines, durch wiederholtes Eigenverschulden, nicht einhalten kann, ist als Selbstständiger nicht geschäftsfähig! Hier empfehle ich einen Coach, oder eine Festanstellung ohne Zeitverantwortung.

Wie viel ist eine Deadline heute noch wert, wenn sie das Erste ist das du versuchst zu ändern?

When you want to change the world, first change yourself!

Die neusten Beiträge

WERBUNG

2 Antworten auf „Deadlines erfüllen – Das Musthave für Selbstständige“

  1. Super, dass du diesen Blog-Artikel in der Filmemacher Deutschland Gruppe gepostet hast – ich hab mir ihn gerne durchgelesen! 👌

    Feedback: Da ich mich momentan selbst mit dem Thema beschäftige, ist der Artikel vom Informationsgehalt sehr sinnvoll! Kritikpunkt: Ironischerweise finden sich in dem Artikel sehr viele Fälle, wo Buchstaben fehlen, Groß- und Kleinschreibungsfehler,… , obwohl es im Artikel um eine fristgerechte Lieferung in der richtigen Qualität geht – das wirkt dann eher unvorteilhaft
    Muss aber sagen, dass ich diesen Artikel allein wegen des Informationsgehalts an mein Netzwerk weiterleiten werde 👌👌

    LG Martino

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Jetzt den Newsletter abonnieren!