Berufsbild Aufnahmeleiter – mit Johannes Gall

Was macht eigentlich ein Aufnahmeleiter und wie sieht der Arbeitsalltag aus? Johannes Gall arbeitet als Aufnahmeleiter und war bereits für Kino- und TV Spielfilme im Einsatz. Er berichtet wie sein Arbeitsalltag aussieht, welche Eigenschaften man für diesen Beruf mitbringen sollte und wie viel man verdienen kann.

Was bedeutet der Job des Aufnahmeleiters?

Je nach Größe des Drehs kommen eine Menge Aufgaben auf einen zu. Allerdings wird bei großen Projekten unterschieden zwischen Aufnahmeleiter, Motivaufnahmeleiter und Setaufnahmeleiter. Grundsätzlich geht es aber darum, dass im Vorfeld der Produktion alles organisiert ist. Dabei liegt besonders die Logistik und Tagesplanung im Fokus.

Welche Eigenschaften sollte man als Aufnahmeleiter mitbringen?

Organisationstalent ist unabdingbar. Dazu gehört vorallem das Management der eigenen Zeit und der Zeit anderer. Ebenso gilt es den Überblick über die gesamte Produktion zu behalten und ein dritter wichtiger Punkt ist die Kommunikationsfähigkeit gegenüber Dienstleistern und Mitarbeitern.

Das Interview mit Johannes Gall als Podcast:

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Von Vorteil ist ein grundlegendes technisches Verständnis, sodass man im Gespräch, mit beispielsweise dem Kamera- und Lichtdepartment ,einordnen kann worum es geht und selbst schon die ersten Punkte organisieren kann. Sicherheit- und Arbeitsgesetze sind Grundwissen für den Beruf das Aufnahmeleiters.

Als Aufnahmeleiter bildet man den Dreh und Angelpunkt in der Organisation zwischen Büro und Set. Dementsprechend muss man auch einen breiten Wissensstand mitbringen oder sich aneignen.

Das Interview mit Johannes Gall auf YouTube:

Wie sind die Arbeitsbedingung?

Während der Produktionszeit sind 10-12h Arbeitstage keine Seltenheit. Auch die Vorbereitung ist fordernd. Allerdings hat man zwischen den Projekten in der Regel einige Tage/Wochen frei. Man ist pro Projekt kurzzeitangestellt und damit regulärer Arbeitnehmer. Somit gelten die allgemeinen Arbeits- und Ruhezeitgesetze. Das Gehalt ist immer Verhandlungssache. Der Verdi Tarifvertrag empfiehlt eine Mindestgage von brutto 350€/Tag. Davon gehen dann Steuern und Versicherungen noch weg. Ist man Generaldienstleister im Bereich Aufnahmeleitung und tritt somit als Rechnungssteller auf, muss dieser Tagessatz plus 30% und zusätzlichen Ausgaben als Mindestgage angesetzt werden. Somit kann man je nach Projekt zwischen 12.000€ und 20.000€ verdienen. Im Jahr schafft man in der Regel zwischen drei und vier Projekten.

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Wie kann ich diesen Beruf erlernen?

Ein Studium oder eine Ausbildung im Filmberiech ist sicherlich von Vorteil. Eine explizierte Berufsausbildung zum Aufnahmeleiter gibt es aber nicht. (Die IHK bietet Weiterbildungsmöglichkeiten an). In der Regel arbeitet man sich von Projekt zu Projekt in die Materie ein. Dabei beginnt man bei eigenen oder Studentenprojekten und wechselt dann bei ausreichend Erfahrung und Wissen zu Werbe- oder Filmjobs. Auch beim Fernsehen arbeitet man sich hoch, oft ist dort die Einstiegshürde mit entsprechendem Vorwissen niedriger, dafür sind die Bedingungen im Job etwas härter.

Werden Fachkräfte gesucht?

Das ist regional unterschiedlich. In den Film und TV Metropolen Köln und München sowie Berlin gibt es deutlich mehr Berufsanwärter und Berufstätige, wie beispielsweise in Stuttgart. Dort wird fähiges Personal dringend gesucht. Grundsätzlich gilt wie so oft im Film: Wer gut ist wird sich durchsetzen, aber ohne Fleiß kein Preis!

Wenn du mehr zu diesem Thema wissen willst oder eine persönliche Berufsberatung in Erwägung ziehst, dann schau doch direkt auf der Beratungsseite vorbei. In deiner persönlichen Berufsberatung für Film und TV wird deine individuelle Situation beleuchtet, deine Fragen beantwortet und definiert, welcher Weg zum Film für dich der sinnvollste ist.

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